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Michael Stipe – Biographie
John Michael Stipe wurde am 4. Jan 1960 in Decatur bei Atlanta geboren. Der Beruf seinen Vaters, er war Pilot bei der US Air Force, brachte es mit sich, dass die Familie oft umzog, unter anderem 1968 für kurze Zeit nach Deutschland.
Über Michaels Kinderzeit ist wenig bekannt. Er selbst malt in Interviews das Bild eines ruhigen, zurückgezogenen und leicht exzentrischen Jugendlichen, der durch die vielen Ortswechsel vor tieferen Freundschaften zurückschreckte. Seine Mitschüler sah er als extrovertiert, extravagant und laut, was ihm, dem „Woody Allen ähnlichen Mini-Kauz mit gewaltiger Brille“ Angst machte und ihn in eine Außenseiterrolle drängte.
Als er mit 15 Jahren erste Bekanntschaft mit der New-Wave-Musik machte, nahm sein Leben allmählich eine Wendung, denn diese Musik war so anders, als die im elterlichen Wohnzimmer bevorzugten Country und Western Songs.
Besonders Patti Smith hatte es ihm angetan und so wurde aus dem schüchternen Jungen ein Party- und Kneipengänger, der zwischen 1975 und 78 alles nachholen will, was er glaubt, verpasst zu haben.
Nach dieser Phase folgt er seiner Familie nach Athens und schreibt sich an der University of Georgia in das Fach Kunst ein und belegt die Kurse Malen, Zeichnen und Fotografie. Und er entdeckt das „Wuxtry“, den Plattenladen, in dem Peter Buck arbeitete.
Die Freundschaft der Beiden gründete sich auf die gemeinsame Musikbegeisterung, wobei Michael Stipe gerne zugibt, das zu dieser Zeit „ein Loch von der Größe Kanadas“
in seinem musikalischen Wissen klaffte, welches das wandelnde Musiklexikon Peter Buck mit seiner beachtlichen Plattensammlung zu füllen verstand.
Der Wunsch, selbst Musik zu machen, reifte und als ihre Freundin Kathleen O`Brian sie mit den Freunden Mike Mills und Bill Berry zusammenbrachte, beschlossen sie, es ernsthaft mit einer eigenen Band zu versuchen. Ihre Unbekümmertheit, mit der sie auf die Bühne stürmten und ihre Ausdauer, mit der sie durch kleine Clubs, Kneipen und Imbissbuden tourten, brachte ihnen schließlich den ersten Plattenvertrag ein. Vor allem Michael Stipe, dessen Schüchternheit wie weggeblasen schien, wenn er auf der Bühne stand, zog in dieser Zeit die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Das Haar in wilden Strähnen im Gesicht, hüpfte er auf der Bühne hin und her, als ob er unter Strom stand, bis er schließlich schreiend ins Schlagzeug fiel oder sich in Peter Bucks Gitarrenkabel verfing. ![]()
Im gleichen Maße, wie Michael Stipe sich vom schüchternen Kunststudenten zum Bühnenderwisch entwickelte, kam auch der experimentierfreudige Lyriker zum Vorschein. Zwar konnte man auf den ersten beiden Alben „Murmur“ und „Reckoning“ die Texte kaum oder gar nicht verstehen, da sie aus Gemurmel, Satzfetzen oder scheinbar sinnlosen Aneinanderreihungen von Wörtern bestanden, doch war es wohl das Charisma und die gefühlvolle Intensität, mit der er diese Musik rüberbrachte, die die Fangemeinde von R.E.M. immer weiter wachsen ließ.
Zur Arbeitsweise der Band sei gesagt, dass Mike, Peter und Bill die Musik entwickelten und erst dann kam Michael dazu und schrieb seine Texte. Das ganze lief mehr oder weniger geordnet ab: Manchmal hörte er die Musik und ihm fiel spontan ein Text ein, den er dann auch gerne mal „rauskotzte“. (So entstand u.a. „Country Feedback“) Oder aber, er brütete stundenlang über seiner Schreibmaschine, um dann im Liegen, unter dem Treppenhaus oder draußen seine Stimmungen musikalisch kundzutun. Oder es lief ganz normal ab, wie bei jeder anderen Band auch. ![]()
Im dritten Album „Fables Of The Reconstructions“ hatte Michael Stipe sein Coming-Out als Geschichtenerzähler. Sein Gesang wurde deutlicher und auf dem Album wimmelt es von alten Südstaatengeschichten mit merkwürdigen Gestalten und liebenswerten Spinnern.
Seine Schüchternheit und sein introvertiertes Verhalten legte er dennoch vorerst nicht ab. In Interviews verhielt er sich schweigsam bis zurückweisend, besonders wenn es um die Frage nach dem Sinn seiner Texte ging, denn er mochte es gar nicht, wenn diese seziert oder (fehl)interpretiert wurden.
Mit den nächsten Alben „Lifes Rich Pageant“ und „Document“ wurden R.E.M. politisch. Mit Songs die sagen: Es ist nicht allen egal, was ihr da oben mit uns anstellt, schuf Michael Stipe Texte, die auf subtile Weise Kritik am politischen Geschehen übten. Auf der Document-.Tour entpuppte er sich schließlich als selbstbewusster Frontmann, der seine Texte nicht nur sang, sondern sich in sie hineinversetzte und sie mit Leben füllte. Zwar waren diese zum Teil immer noch schwer verständlich, aber vielleicht ist das auch das Geheimnis: Das diese Musik wirkt, ohne das man ihre Texte verstehen muß.
Auch nach ihrem großen Durchbruch mit den Alben „Green“ und „Out Of Time“ setzte Michael Stipe politisch Akzente, jedoch nicht ausschließlich in seinen Texten, sondern eher in seinen Aktivitäten, sei es in der Lokalpolitik in seiner Heimatstadt Athens oder als er bei den MTV Video Awards 6 T-Shirts mit politischen Slogans übereinander trug und jedes Mal, wenn er auf die Bühne kam, um einen Preis abzuholen, wortlos eins davon auszog.
Vielmehr singt er in „Out Of Time“ über die Liebe, was ihm nach eigenen Aussagen sehr schwer fiel, denn er wollte nicht in eine Ich-liebe-dich-Schnulzigkeit verfallen.
Dann kommt „Automatic For The People“ mit seinen großen, traurigen Gefühlen, die dazu führten, daß Gerüchte über eine angebliche Aids-Erkrankung des Sängers aufkommen. Erst später kommentiert Michael Stipe diese Gerüchte und erklärt, er habe kein Aids und fühle sich auch sonst sehr gesund.
Wenig später machte er auch den ewigen Spekulationen um seine sexuelle Orientierung ein Ende indem er offen darüber spricht, sich nicht in eine Schublade stecken zu lassen und sowohl mit Männern als auch mit Frauen Beziehungen gehabt zu haben. Heute lebt er seit einigen Jahren mit einem Mann in einer Beziehung.
Als nächstes kamen die Alben „Monster“ und „New Adventures In Hifi", und nur die langjährigen Fans waren nicht überrascht, denn hier kam wieder die laute Rockband zum Vorschein, die mutig mit Instrumenten und Stimme experimentiert. Auch Michael Stipe war froh, das
seine Stimme nicht mehr so in den Vordergrund gestellt wurde, sondern mehr als Instrument genutzt wurde.
Dann kam 1997 der Ausstieg Bill Berry`s, der Schock war groß, dennoch akzeptierte man seine Entscheidung und trennte sich in Freundschaft. Michael Stipe bezeichnete das nun entstandene Trio als dreibeinigen Hund, der wieder laufen lernen musste. Entsprechend schwierig gestalteten sich die Aufnahmen zu ihrem nächsten Album „Up“, denn Michael litt unter einer Schreibblockade und die schlechte Stimmung hätte fast das Ende der Band bedeutet. Doch der dreibeinige Hund lernte wieder laufen und heraus kam ein Album mit völlig anderem Sound, teils düster, mitreißend und mit einem der direktesten Liebesliedern , für dessen Text der Sänger nach eigenen Aussagen ein Jahr brauchte, um nicht in Klischees zu verfallen – At my most Beautiful!
Das nächst Album „Reveal“ bezeichnete Michael Stipe als Sommeralbum und um diese Stimmung einzufangen, reiste er kreuz und quer durch Europa, immer dorthin, wo das schönste Wetter war. ![]()
Über das Best-of-Album „In Time“ sagt Michael: „ Ich hatte das Gefühl, das wir uns jetzt als Songschreiber, als Freunde und als Gruppe… auf der Höhe unseres Selbstvertrauens befinden. Mit dem Erscheinen unserer Greatest Hits wird dieses Kapitel geschlossen und das nächste aufgeschlagen.“
Aus diesem, nächsten Kapitel kennen wir bis jetzt nur „Arround The Sun“, das politischste Album seit „Document“. Laut Michael Stipe war es der Band ein Anliegen, die politische Situation der USA selbst zu verarbeiten und diese Entwicklung in ihrer Musik rüberzubringen.
Nach der Welttournee 2004/05 haben sich R.E.M. eine Auszeit genommen, in der sie jedoch keineswegs untätig sind. Neben einigen Benefizveranstaltungen engagieren sie sich vor allen für jüngere Musiker und Bands und mancher denkt: Ja, sie sind immer noch die netten Jungs aus Athens!
Zu Michael Stipe sei noch gesagt, das er, künstlerisch ambitioniert und mit großem Interesse an Fotografie, für die Cover- Gestaltung der Alben zuständig ist. Weiterhin ist er begeisterter Film- und Musikproduzent, seine Arbeiten hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
Er lebt heute mit seinem Freund in einem Haus in Athens und da ihm New York zur zweiten Heimat geworden ist, hat er auch dort eine Wohnung.
Nun warten ältere wie jüngere Fan`s auf das bereits angekündigte neue Album, wohl wissend, dass die bereits erlebten Sound- und Stilrichtungsänderungen bei R.E.M. immer für eine Überraschung sorgen können.
Ich wünsche allen Fan`s und Zuhörern von R.E.M., dass sie von Michael Stipe`s Fähigkeit, Musik als Gefühl rüberzubringen, gepackt werden, denn R.E.M. hat für jede Stimmung den passenden Song!
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Beitrag geändert von Berlin (10.10.2006 17:05)
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is nich neu, ne?
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Neee, aber ich hab vorher gefragt, ob ich`s nehmen darf... ![]()
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Kompliment. Ich kenne das Buch "R.E.M- Fakten und Fiktionen" und das hier ist wirklich kompakt, übersichtlich aber wirklich sehr informativ auch im Hinblick auf die Entwicklung der Band.
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Dankeschön ![]()
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